CLARINETTISSIMO Im Eisernen Ritter die Sinne verw?hnt
Freitag, 24. November 2006 um 17:41


Josef Mayer ist Koch aus Leidenschaft. Gemeinsam mit seiner Küchenmannschaft zauberte er eine Fülle von Köstlichkeiten auf die Teller. Konsequent schöpfte er dabei aus der Region. Als Einstieg in den Gaumenschmaus servierte er ein "Sülzchen" vom Kappeler Hahn. Tatar vom Windhäuser Hochlandrind kombinierte er mit delikatem Frischkäse von der Mittelrheinziege, den er in herbstliche Blattsalate einbettete. Das Hunsrücker Damwild war durch eine Kraftbrühe mit Pfifferling-Steinpilznocken vertreten.


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Aus den linksrheinischen Bächen stammten die Forellen für die Lasagne - ein wahrhaft deliziöser Zwischengang. Das Sorbet vom alten Rieslingtrester bereitete den Gaumen auf das Hauptgericht vor: rosa gebratenes Filet vom Woppenrother Naturkalb unter einer Kräuterkruste. Ein süßer Abschluss waren "Philipps Apfel-Nuss-Nougat-Törtchen" mit einem warmen Birnenstrudel.

Joachim Lorenz vom Bopparder Weingut Toni Lorenz kredenzte dazu die passenden Weine, allesamt aus dem Bopparder Hamm. Zum Empfang wurde ein 2004er Riesling Winzersekt eingeschenkt. Mit seinem Spätburgunder Rotwein trocken Jahrgang 2005 aus der Fässerlay bewies er, dass es auch die Mittelrhein-Winzer längst verstehen, vollmundige und elegante Rotweine zu machen, auch wenn ihre Domäne weiterhin der Riesling bleibt: Die trockene 2005er Spätlese bestach durch die feine Säure und ihren vollmundigen Geschmack. Hier schmeckte man regelrecht den neuen Rhein-Burgen-Wanderweg heraus. Der Lorenz Secco Riesling Perlwein 2003 war dagegen mehr ein Zugeständnis an den Zeitgeist. Die Klasse des Mittelrhein-Rieslings spiegelte dann die halbtrockene 2005er Spätlese aus der Feuerlay wider.

 

Mit der 2003er Riesling Beerenauslese aus der Lage Feuerlay ging Lorenz schließlich in die Vollen. Welch eine Freude, welch ein edelsüßer Hochgenuss, ein einzigartiges flüssiges Dessert. Lorenz erzählte dazu Geschichten vom Wein, berichtete ausführlich über die aktuellen Klimaveränderungen und ihre Bedeutung für den Weinbau am Rhein.

Die dritte Facette des Genusses gehörte der Musik. Lothar R. Mayer, Bruder des Gastgebers und an vielen Opernhäusern tätiger Konzertpianist, sorgte gemeinsam mit dem Klarinettisten Elmar Hönig für die musikalischen Zwischengänge. Vom zweiten Satz aus dem Mozartschen Klarinettenkonzert bis hin zu einem Ragtime aus New Orleans spannte sich ihr Repertoire. Eine wahrlich schöne Ergänzung zu den kulinarischen und weinseligen Köstlichkeiten. Zusammen ergaben sich wahrlich angenehme Momente. Werner Dupuis

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mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 24.11.2006, Seite 22.