| Mittelrhein-Momente im "Eisernen Ritter" waren ein "Rheinisches Vergn?gen" |
| Freitag, 19. April 2002 um 16:46 |
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{mosimage} Nach einem freundlichen Empfang mit Weingarts Siegersekt der Landwirtschafts-Kammer 2001 (!) folgte der erste Satz einer umfangreichen Komposition in sechs Sätzen bzw. Gängen: Mikado vom Stangenspargel an Frühlingssalaten mit einem Rieslings-Kabinett halbtrocken vom Engelstein, der kleinsten bestockten Fläche der Einzellagen des Bopparder Hamm. Die Zusammenführung verschiedener Aromen-Röst-aromen, Spargel, Säure im Dressing, fruchtige Sauce wurde ebenso zu einem Geschmackserlebnis wie das Miteinander der halbtrockenen Ohlenberg-Spätlese (ein sehr reifer und fruchtiger Wein mit 92 Grad Öchsle!) mit dem feinen Spargelrahmsüppchen "Comtes". Bevor das Sorbet von altem Rieslingtrester zu einem kleinen aber sehr gehaltvollen Ruhepunkt wurde, genossen die Gäste ein fantastisches Trio von Lachsforelle, Zander und Hecht, flankiert von einem leicht-würzigen Spargelwein, der sich als idealer Begleiter erwies. Das Gleiche kann man der kraftvollen trockenen Riesling-Auslese attestieren, die das wunderbar zarte Filet vom Hunsrück-Schwein gefüllt mit Spargel-Pilzragout auf feinen Bandnudeln zu einem Ereignis werden lies. Einen fulminanten Abschluss bildete die Rhabarber-Erdbeergrütze in kongenialer Einheit mit einer Riesling-Auslese aus dem Feuerlay, so dass es schwer fiel zu eruieren, woher welcher Fruchtgeschmack resultierte (so erging es auch Florian Weingart und Josef Mayer beim "Vorkosten" des Menüs und der Weine). {mosimage} Für diese "unlösbaren Probleme" hatte der Comedian Stephan Denzer vom Mainzer Lerchenberg - begleitet von Lothar R. Mayer am Klavier - zwischen den Gängen des Menüs eindeutige Lösungen parat. Obwohl, wie er feinschmeckerisch scharfsinnig entlarvte, die Crème ziemlich frech und die Fische so gar nicht in ihrem Element waren, gelang es ihm vorzüglich die Lachmuskeln der Gäste aufs Äußerste zu strapazieren. Und obwohl - wie er auf den ersten Blick erkannte - Josef Mayer weder Kosten noch Promillen gescheut hatte, gelang es auch ihm, seine Zuhörerschaft dermaßen zu erheitern, dass er ohne Zugaben nicht die Bühne verlassen durfte, auf der er zuvor komödiantisch-musikalisch perfekt bewies, dass die bedeutendsten Evergreens der Musik z.B. "New York, New York" - pardon: "Boppard, Boppard" - oder "Ganz Paris" - pardon: "Boppard - träumt von der Liebe" ihre eigentlichen Wurzeln am Mittelrhein haben. Er komplettierte einen wunderbaren Abend, an dessen Ende die Gäste freudig und weinselig den Landgasthof mit einem leisen "Moon-River" - pardon: "Rhine-River" - auf den Lippen verließen; bereits in heimlicher Vorfreude auf die kulinarischen Weinproben Mitte November. mit freundlicher Genehmigung des Rhein-Hunsrück-Anzeigers |








