Ritter hatte seinen 15. „Moment“
Montag, 30. Januar 2012 um 00:00

In der Rhein-Hunsrück-Ausgabe der Rhein-Zeitung vom 09. November 2011 erschien der Bericht von Chefredakteur Thomas Torkler. Lesen Sie hier ein Auszug aus dem Artikel:

Produkte aus der Region mit musikalischen Leckerbissen garniert.

Das Konzept ist gut. Die Veranstaltungen werden angenommen. Und es muss nicht immer das ganz große „à la région“ sein, dass nur alle zwei Jahre stattfindet. Längst haben sich die kleinen, aber feinen Veranstaltungen unter dieser Überschrift etabliert. Da werden heimische Produkte von den örtlichen Köchen in fein abgestimmte Menüs umgewandelt, Winzer aus der Region reichen dazu ihre Tropfen und obendrauf gibt es noch ein kulturelles Rahmenprogramm.

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Gutes wächst direkt vor der Tür
Dienstag, 06. September 2011 um 12:24

Josef Mayer kocht leidenschaftlich gern mit Produkten aus seiner Heimatregion.Josef Mayer kocht leidenschaftlich gern mit Produkten aus seiner Heimatregion. Im Landgasthof „Eiserner Ritter“ in Boppard-Weiler beweist der Küchenchef, dass der Hunsrück kulinarisch gesehen alles andere als Diaspora ist.

Josef Mayer serviert in seinem Landgasthof „Eiserner Ritter“ am liebsten Dinge, die er beim Vornamen kennt. Das fängt schon beim Brotaufstrich an, den er den Übernachtungsgästen des dazugehörigen Drei-Sterne-Hotels in Boppard-Weiler (Kreis Rhein-Hunsrück) zum Frühstück auftischt: Den Honig liefert Imker Jakob Heidebrecht, dessen Bienen auf ihren Flugrouten stets gern einen Stopp im Küchengarten des Restaurants einlegen. Die Marmeladen, die hier nicht in Hotelpackungen, sondern in kleinen Glastöpfchen auf den Tisch kommen, kocht Aushilfe Amelie Mutscher auf ihrem heimischen Herd ein. Derzeit besonders gefragt: das „Gelée von Schattenmorellen aus der Weilerer Flur“ – ein Beitrag zur Rekultivierung der Mittelrheinkirsche. Die Hühner, die die Frühstückseier legen, scharren nur 400 Meter vom Restaurant entfernt. Überdies versucht Mayer, seinen Gästen gerade den Unterschied zwischen Rumpsteak aus Argentinien und dem Hunsrück nahezubringen. „Das argentinische Steak ist wie Butter– das Hunsrücker hat Geschmack. Dafür müssen Sie's beißen!“, sagt er.
Mayer, der den „Eisernen Ritter“ zusammen mit seiner Frau Conny in fünfter Generation führt, hat sich ganz den Produkten aus der Region verschrieben. Statt Bresse-Huhn setzt er Landgockel vom Hunsrücker Geflügelbauern auf die Speisekarte. Das Hochlandrind wächst in einer Zucht auf Schloss Schöneck in Boppard- Windhausen auf. Kalb und Wild kommen ebenfalls aus dem Hunsrück. Regionale Küche ist heute in aller Munde – doch als Mayer sie vor rund 15 Jahren einführte, brachte ihm die Rückbesinnung auf heimische Produkte allerhand Häme von Kollegen ein. Mancher Hersteller musste erst umdenken, um den Anforderungen des Gastronomen gerecht zu werden. Meyers Gäste haben aber längst begriffen, dass Hunsrück nicht gleich hausbacken ist. Sie wissen zu schätzen, dass das Tier auf ihrem Teller zu Lebzeiten artgerecht gehalten wurde. Und sie profitieren davon, dass der Küchenchef am liebsten ganze Tiere verarbeitet – und dabei notgedrungen vieles ausprobiert: Vom Hunsrücker Damwild füllt er die Schulter, kocht ein Ragout und eine Kraftbrühe (Consommé) oder packt das zartrosa Fleisch in eine schützende Farce ein (Crepinette). Mayers jüngster Coup auf der Karte ist ein luftgetrockneter Mittelrheinschinken. Der wurde zuvor in Riesling gepökelt und stammt vom Hunsrückschwein.
Damit der leidenschaftliche Koch auch all seine Ideen an den Mann bringen kann, schreibt er die Karte im „Eisernen Ritter“ alle drei bis vier Wochen, manchmal wöchentlich, neu. Nicht jeden Gast freut derart viel Fantasie: Der Sauerbraten vom Wildschwein hat für viele bereits Kultstatus. Lässt Mayer ihn weg – oder auch den Spießbraten vom Hunsrückschwein –, handelt er sich bei Stammgästen garantiert Ärger ein. Weil der Hausherr aber Gastgeber von ganzem Herzen ist, der seiner Stammkundschaft keinen Anlass zum Fremdeln gibt, behält er seine ganz besondere Art der Hausmannskost selbstverständlich bei. Die Gäste belohnen sein Verständnis für kulinarische Traditionen mit fast schon ritterlicher Treue. Und sorgen durch Mund-zu-Mund- Propaganda dafür, dass immer mehr Neugierige mit und ohne Navigationsgerät den Weg zum abseits gelegenen „Eisernen Ritter“ finden.

Mirek Wojciechowski steht im „Eisernen Ritter“ seit 14 Jahren mit am Herd. Sein Paradies sind der Kräutergarten und das Gewächshaus, wo er rund 20 verschiedene Sorten Tomaten hegt.

Steckbrief

Josef Mayer (56)
· Beruf: Koch
· Küche: zeitgemäßer Umgang mit regionalen Produkten
· Hobby: Fitnessstudio
· Adresse:
„Eiserner Ritter“
Hotel und Landgasthof
Zur Peterskirche 10
56154 Boppard-Weiler
Telefon: 06742/930 00
Fax: 06742/930 029
· Öffnungszeiten: 12–14.15 Uhr und 18–21.15 Uhr, Mittwoch Ruhetag
· Internet: www.eiserner-ritter.de
· Stationen: Kochlehre im Hotel Bellevue (Boppard) – Hotel Kempinski (Berlin) – Augsburg – Rotterdam („Old Dutch“) – Schiffskoch der Holland-Amerika-Line
· Aktionen: wechselndes Welterbe-Menü (5 Gänge für 39 Euro), Gastgeber der Reihe „Mittelrhein Momente“, Sprecher der Initiative „à la région“

PDF-Download: EuT_Eiserner Ritter.pdf
Quelle: Rhein-Zeitung vom 03.09.2011 www.rhein-zeitung.de

 
Hunsrücker Kalbskotelette
Dienstag, 06. September 2011 um 11:59

Zum rosa gebratenen Fleisch am Stiel serviert Josef Mayer frische Pfifferlinge und ein Kartoffel-Flammkäseragout in der Romatomate.
Das Woppenrother Kalb wird im „Eisernen Ritter“ mit selbst gezogenen Tomaten und Kräuterblüten aus dem eigenen Garten garniert.

Zutaten für vier Personen:
· 4 küchenfertige Kalbskoteletts à 300 g (im „Eisernen Ritter“ kommen sie von der Landmetzgerei Wolf in Woppenroth)
· 6 Lauchzwiebeln
· 240 g Pfifferlinge
· 2 große Corianne-Tomaten (zum Grillen geeignete Flaschentomaten)
· 4 größere Kartoffeln
· 180 g Flammkäse (Bornwiesenhof, Hußweiler – alternativ Mozzarella)
· 50 g Knollensellerie
· 100 ml Sahne
· Oregano, Majoran
· 1 kl. Knoblauchzehe
· 1 Thymianzweig
· 1 Rosmarinzweig

Die Kalbskoteletts mit Pfeffer würzen, in der Pfanne in heißem Butterschmalz auf beiden Seiten 3–3 1/2 Minuten anbraten, dann im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad trockener Hitze 8–9 Minuten fertig garen. Die Koteletts warm stellen und kurz ruhen lassen (eventuell in Alufolie einschlagen). Das Fleisch erst kurz vor dem Servieren salzen.
Etwas Butter und den Rosmarinzweig in den Bratansatz geben, mit einem Schuss Spätburgunder ablöschen, mit etwas Roux binden und passieren.
Die Kartoffeln schälen, waschen, in kleine Würfel schneiden, ebenso den Knollensellerie und den Flammkäse. In einer Kasserolle etwas Rapsöl (Josef Mayer schwört auf das Öl aus der Rheinwerkstatt Boppard) erhitzen, die Kartoffel- und Selleriewürfel dazugeben, kurz anschwitzen und mit der Sahne auffüllen. Mit Salz, Pfeffer, dem gestoßenen Knoblauch abschmecken und etwa 6 Minuten leicht köcheln lassen. Oregano, Majoran etwas Thymian und den Flammkäse dazugeben und sofort vom Ofen nehmen.
Das Ganze in die längs halbierten, ausgehöhlten Corianne-Tomaten füllen und auf einem Blech etwa 6–7 Minuten lang zu den Koteletts in den Ofen schieben.
Die Pfifferlinge säubern, je nach Größe zuschneiden. Die Lauchzwiebeln putzen und gut waschen, in 5 Zentimeter große Stücke schneiden und in Salzwasser kurz blanchieren. Anschließend in Eiswasser abkühlen– das hält die Farbe frisch und den Lauch knackig.
Butter in eine Pfanne geben, erhitzen, die Pfifferlinge dazugeben und 2–3 Minuten anschwitzen. Lauchzwiebeln dazugeben sowie den restlichen Thymian, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

PDF-Download: EuT_Eiserner Ritter.pdf
Quelle: Rhein-Zeitung vom 03.09.2011 www.rhein-zeitung.de

 

 
Vollendeter Genuss für Gaumen und Ohren
Freitag, 20. November 2009 um 00:00
Im Eisernen Ritter wurde den Gästen ein festliches Sieben-Gänge-Menü serviert - Exzellenter Riesling

WEILER. Mit einem siebengängigen Menü versprach Josef Mayer im Rahmen der Veranstaltungsreihe Mittelrhein-Momente einen wunderbaren kulinarischen Genuss. Überraschen konnte er seine zum Teil von weit her angereisten Stammgäste aber nicht. Denn sie wissen, der Küchenchef des "Eisernen Ritter" in Weiler gehört zu den Besten seiner Zunft - weit über den Mittelrhein hinaus.

Ganz so wie es seinem Ideal entspricht, schwelgte Maître Mayer mal wieder in der Region, ohne dabei provinziell zu sein. Die lauwarme Brust des Kappeler Truthahns verfeinerte er mit einem exotisch angehauchten Chutney vom Weinberg-Pfirsich und Äpfeln. Die Pfirsiche reiften im Weingartschen Wingert in Spay und die Äpfel erhielten ihr Aroma im herben Hunsrück.

Das Duo von herbstlichen Suppen war nicht nur eine Augenweide. Die Kombination von Kürbis und roter Beete war raffiniert angerichtet, bestach durch einen Hauch von Erdigkeit. Einziger regionaler Ausreißer war der in der Nordsee schwimmende Buntbarsch. Unaufdringlich in Butter gebraten, brachte das um den Fisch drapierte Kräuterbrot die geschmackliche Finesse.

Das Sorbet vom alten Trester aus dem Bopparder Hamm war die willkommene Erfrischung für angeregte Geschmacksnerven. Mit dem soufflierten Nüsschen vom Bopparder Wildschwein und den Medaillons vom Hunsrücker Naturkalb kamen nicht nur die Freunde von Wildbret und edelstem Biofleisch auf ihre Kosten. Auf den Punkt gebraten, war es eine wahre Gaumenfreude auch für viele, die in der Regel mehr zum Vegetarischen tendieren.

Im Gegensatz zu seiner Positionierung am Ende des Menüs rangiert bei vielen Gourmets der Nachtisch in der Beliebtheitsskala ganz vorn. Die Dessert-Varianten des Bopparder Konditors Philipp Schug mit zartem Apfel-Nuss-Mousse waren traumhaft, der Rotwein-Pfirsich-Lolly mehr als nur ein Gag.

Bei all dem Gaumenschmaus ging es aber nicht nur ums Essen. Das oenologische Tandem aus den mittelrheinischen Spitzenwinzern Florian Weingart und Randolf Kauer hatte zu jedem Gang einen Riesling gewählt. Die Palette reichte von trocken bis edelsüß. Dazu erzählten beide Wissenswertes und Amüsantes rund um den Wein und die Landschaft, in dem er wächst. Dem Gast überließen sie das Urteil über ihre Kredenzen.

Die Mezzosopranistin Nike Schmitka und die Schauspielerin Christine Bossert servierten Lieder und Texte, die alle vom Essen und Genießen handelten. Am Klavier begleitete Lothar R. Mayer das Duo.    Werner Dupuis
 
Seit 40 Jahre Koch aus Leidenschaft - ein Porträt von Josef Mayer
Donnerstag, 10. September 2009 um 22:00

In der Rhein-Hunsrück-Ausgabe der Rhein-Zeitung vom 09. September 2009 hat Chefredakteur Thomas Torkler ein Porträt über Josef Mayer veröffentlicht. Lesen Sie hier ein Auszug aus dem Artikel:

Josef Mayer setzt auf Qualität der Region

Seit 40 Jahren steht der Chefkoch des "Eisernen Ritters" in Weiler am Herd

Josef Mayer ist seit 40 Jahren Koch. Der Chef im "Eisernen Ritter" in Boppard/Weiler erinnert sich noch genau daran, wie seine Berufslaufbahn seinerzeit begann.

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